Nachhaltigkeit statt Experimente
Eine nachhaltige Landwirtschaft und ein verantwortungsvoller Umgang mit unseren Ressourcen sind wichtig. Genau deshalb überzeugt mich die Ernährungsinitiative nicht. Nachhaltigkeit entsteht nicht durch starre Verfassungsvorgaben wie einen Selbstversorgungsgrad von 70 Prozent, sondern durch Innovation, Forschung und eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Bauernbetrieben.

Bereits heute laufen zahlreiche Programme, die Umwelt, Biodiversität und Ressourceneffizienz in der Landwirtschaft gezielt verbessern.
Die Initiative schafft dagegen Unsicherheit und fordert Ziele, deren Umsetzung unklar und teuer ist. Wenn am Ende mehr Lebensmittel importiert werden müssen und die einheimische Produktion geschwächt wird, nützt das weder der Umwelt noch den Konsumenten oder den Betrieben. Auch ich befürworte eine starke Selbstversorgung. Doch mit einer stetig wachsenden Bevölkerung steigt zwangsläufig der Verbrauch von Lebensmitteln, Wasser und Land. Das Bevölkerungswachstum zu bremsen, wäre wirksamer, als den Landwirten mit immer mehr Vorschriften die Freude an der Arbeit zu nehmen, bis auch die Letzten den Bettel hinwerfen.
Bundesrat und Parlament lehnen die Initiative deutlich ab, weil die Folgen für Produktion und Konsum zu einschneidend wären. Erneut fordert eine Minderheit extreme Massnahmen, statt gangbare Wege in kleineren, massvollen Schritten zu gehen. Das erinnert an den Zwang an gewissen Schulen, wo nur noch Vegi-Menüs angeboten werden. Das ist Bevormundung und Umerziehung, statt den Konsumenten die freie Wahl zu lassen. So viel zum Thema Toleranz, die aus diesen Kreisen zwar stets gefordert, aber selten vorgelebt wird.
Am 27. September stimme ich überzeugt Nein zur Ernährungsinitiative.
