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Editorial

Quantität statt Qualität – die falsche Wachstumsstrategie

Der Bund plant zusammen mit dem Immobilienbewertungsbüro Wüest Partner eine Studie zur Umnutzung von Einfamilienhausparzellen. Die Stossrichtung ist verräterisch.

Solche Studien sind selten Selbstzweck – sie liefern die Munition für künftige Vorstösse. Statt die Ursache der Wohnungsnot zu benennen, nimmt man den Hauseigentümer ins Visier. Künftige Generationen sollen sich gefälligst in Etagenwohnungen stapeln, damit Platz bleibt für die nächste Welle Zuwanderung.

Dahinter steht eine Wachstumslogik, die seit 25 Jahren versagt. Seit dem Jahr 2000 wuchs die Schweizer Bevölkerung um 1,7 Millionen auf 9,05 Millionen – zu rund 80 Prozent durch Zuwanderung (BFS, 2025). Das BIP stieg im selben Zeitraum um über 50 Prozent. Pro Kopf? Knapp halb so viel. Das ist quantitatives Wachstum: mehr Menschen, mehr Verkehr, mehr Wohnungsdruck – aber kein Wohlstandsgewinn für den Einzelnen. Echte Qualitätssteigerung bedeutet das Gegenteil: pro Kopf produktiver werden, statt einfach mehr Köpfe zu importieren.

Generative KI und Automatisierung – das sind die Hebel, mit denen eine moderne Volkswirtschaft Mehrwert schafft, ohne jedes Jahr 80’000 Personen zusätzlich unterzubringen. Das Argument vom angeblichen Personalmangel trägt ohnehin nicht mehr. Der aktuelle Fachkräftemangel-Index 2025 liegt 22 Prozent unter dem Vorjahreswert. Nur noch 4 von 32 Berufsgruppen weisen ein Ungleichgewicht auf. Die Arbeitslosenquote ist von 2,3 auf 2,8 Prozent gestiegen.

Wer trotzdem auf Massenzuwanderung setzt, schafft sich das Problem, das er zu lösen vorgibt. Jeder zusätzliche Zuwanderer braucht Wohnraum, Spitalbett, Schulplatz, Strom – und damit wieder Personal. Eine Spirale ohne Ausgang. Die Studie von Helfer, Grossmann und Osikominu (2023) zeigt: Nach Einführung der Personenfreizügigkeit erhöht jeder Prozentpunkt mehr Ausländeranteil die Mieten um 7 bis 8 Prozent.

Das Eigenheim ist ein bürgerliches Grundversprechen. Wer es zur Verfügungsmasse erklärt, soll das offen sagen. Die Schweiz braucht qualitatives Wachstum. Am 14. Juni: Ja zur Nachhaltigkeitsinitiative «Keine 10-Millionen-Schweiz».

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Jan Stocker
SVP Kantonsrat (SZ)
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