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Editorial

Klimatrötzeler – haften ohne Haftung

In letzter Zeit häufen sich Strassenblockaden der Gruppe «Renovate». Sie fordern nichts weniger als eine Generalmobilmachung für die thermische Gebäudesanierung. Dass sie damit Automobilisten und andere «Opfer» nerven, nehmen sie nonchalant in Kauf.

Seit die schwedische Zopf-Ikone aus den Schlagzeilen verschwunden ist und die Schüler wieder mehr Zeit in den Schulstuben verbringen hat sich ein Vakuum entwickelt, das die Organisation «Renovate» aus dem Westen unseres Landes nun ausgefüllt hat. Finanziert mit heimischen Spenden und aus dem US-amerikanischen «Climate Emergency Fund» hat sich die Kampforganisation als erstes gleich acht Vollzeitstellen gegönnt. Der kleine Rest des Geldes fliesst in an Rivella erinnernde Banner und in viel Sekundenkleber.

Das Wirken der grünen Parteien ist ihnen offensichtlich nicht genug. Irgendwie verständlich, denn die Grünen fordern zwar viel, aber sie verhindern mit den ihnen nahestehenden Verbänden dieselben Anliegen gleichzeitig auch; Stichwort H8 in unserem Kanton. Na, dann halt auf die radikalere Art und Weise! Dass die Aktionen vor allem in links-grün regierten Städten wie Bern oder Zürich stattfinden entbehrt dabei nicht einer gewissen Ironie.

Koste es, was es wolle
Sie wollen weitermachen, bis ihre Ziele erreicht seien, koste es was es wolle. Dank vielen milden Richtersprüchen kostet es aber vor allem die Autofahrer, die zur Arbeit oder nach Hause fahren wollen; gar Teslapiloten sollen betroffen sein. Pech, wo gehobelt wird, da fallen halt auch Späne. Oder die Museen, die ihre Gemälde vor Farb- und Tortenanschlägen in Sicherheit bringen müssen. Und natürlich wird unsere Polizei auch noch bespasst; die hätten bestimmt auch Wichtigeres zu tun. Ob die zahlreichen Freisprüche gerecht sind? Nun, zahlen Sie mal eine Parkbusse nicht, dann erkennen Sie die störende Ungleichbehandlung.

Ob die Allgemeinheit eigentlich weiss, was da genau gefordert wird? Mein Eindruck ist, dass viel mehr über die Klimatrötzeler selbst und die Staus geredet wird. Meistens sind die Reaktionen der Betroffenen nicht sehr schmeichelhaft. Wer nicht beübt worden ist und das gut findet soll sich mal Folgendes vorstellen: Sie kommen morgens aus der Wohnung und wollen wegfahren. Doch das geht nicht, denn missionierende Schwestern und Brüder haben sich vor der Garage an den Boden angeklebt und wollen nach wenigen Stunden schon verpflegt werden oder müssen mal. Immer noch toll?

Mit eigenen Waffen geschlagen
Unlängst klebten sich ein paar Klima-Aktivisten in einem Auto-Showroom in Deutschland am Boden fest. Da sind sie dem Garagisten dann sehenden Auges auf den Leim gegangen: Denn die Eigentümerin liess sie in der Folge zwei Tage kleben; kam nicht so toll an. Ebenso wenig wie der Umstand, dass ihnen Licht und Heizung abgestellt wurden. Fürs Kopfkino: Es gab auch keine Behälter für Stoffwechselprodukte.

Manchmal ist ziviler Ungehorsam richtig und wichtig. Aber etwas raffinierter und weniger Andere nervend dürfte es schon sein. Übrigens habe ich diese Woche im Internet ein Schnäppchen entdeckt: Sekundenkleber im Multipack (24-Set) für 13.95.

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