Mitte- und SVP-Fraktion warnen vor dem Bürokratiemonster Individualbesteuerung
Die Fraktionen der Mitte und der SVP im Kantonsrat Schwyz haben heute mit einer Aktion auf die negativen Folgen der geplanten Individualbesteuerung aufmerksam gemacht. Sie präsentierten vor Beginn der Kantonsratssession einen Berg von Steuerformularen, der den erheblichen administrativen Mehraufwand verdeutlicht, der mit der Individualbesteuerung einhergehen würde.

Für den Kanton Schwyz wären die Auswirkungen erheblich: Rund 35’000 zusätzliche Steuererklärungen müssten künftig neu eingereicht und ausgewertet werden. Dafür plant der Kanton 35 neue Personen einzustellen. Dies würde sowohl für die betroffenen Steuerpflichtigen als auch für die kantonale Verwaltung einen bedeutenden zusätzlichen Aufwand verursachen.
«Anstatt bestehende Probleme pragmatisch zu lösen, würde ein aufwändiger Systemwechsel neue Belastungen schaffen», erklärt Stefan Langenauer, Fraktionspräsident Die Mitte Schwyz. «Familien und Mittelstand dürfen nicht die Leidtragenden einer bürokratischen Reform sein.»
Die beiden Fraktionen kritisieren, dass die Individualbesteuerung neue Ungerechtigkeiten schafft. Ehepaare mit stark unterschiedlicher Einkommensverteilung oder mit nur einem Einkommen, im Kanton Schwyz eine Mehrheit, würden steuerlich benachteiligt und künftig stärker belastet.
«Die Individualbesteuerung führt zu mehr Bürokratie und belastet sowohl Bürgerinnen und Bürger als auch die Verwaltung unnötig», betont Manuel Mächler Fraktionspräsident SVP Kanton Schwyz. «Für Schwyz wäre dies ein klarer Rückschritt.»
Mit der Aktion machen Die Mitte und die SVP darauf aufmerksam, dass es alternative Lösungen zur Beseitigung der sogenannten Heiratsstrafe gibt, die ohne zusätzlichen Verwaltungsaufwand umgesetzt werden können und den föderalistischen Gegebenheiten Rechnung tragen.
Die Mitte- und SVP-Fraktion sprechen sich deshalb klar gegen die Einführung der Individualbesteuerung aus.
