Mietexplosion in Schwyz: SRF unterschlägt das Bevölkerungswachstum
Im Kanton Schwyz steigen Mieten und Immobilienpreise stark. Wer dafür primär die Tiefsteuerpolitik verantwortlich macht, reduziert einen komplexen Markt auf einen einzigen Faktor und greift zu kurz.

Der zentrale Treiber ist das überdurchschnittliche Bevölkerungswachstum – ausgelöst durch die masslose Zuwanderung in unser Land. Mehr Menschen bedeuten mehr Nachfrage nach Wohnraum. Wächst die Nachfrage schneller als das Angebot, steigen Preise und Mieten. Das ist ein ökonomisches Grundprinzip. Genau diese Einordnung fehlte im SRF-«Echo der Zeit» vom 6. Februar 2026 im Beitrag «Tiefe Steuern und hohe Mieten nun auch im Kanton Schwyz». Deshalb haben wir eine Beanstandung gegen diese einseitige Berichterstattung eingereicht.
Schwyz ist kein Sonderfall, sondern Teil eines schweizweiten Trends. Der Druck auf den Wohnungsmarkt nimmt in zahlreichen Regionen zu, weil die Schweiz seit dem Jahr 2000 um rund 1,7 Millionen Menschen gewachsen ist. Die Konsequenz: Seitdem wurden rund 104,8 Millionen Quadratmeter zusätzliche Wohnfläche benötigt – das entspricht etwa 15’000 Fussballfeldern.
Der Kanton Schwyz verzeichnet im Vergleich zur Gesamtschweiz ein überdurchschnittliches Bevölkerungswachstum und baut gleichzeitig ebenfalls überdurchschnittlich viel – im Schnitt rund 900 neue Wohnungen pro Jahr. Dennoch liegt die Leerwohnungsziffer seit Jahren unter dem Schweizer Durchschnitt. Das zeigt einen strukturellen Nachfrageüberhang. Die Folge sind steigende Mieten und Immobilienpreise – und zwar seit Jahren, nicht erst seit den jüngsten Steuerfusssenkungen.
Hinzu kommt: Schwyz ist seit Langem attraktiv – aufgrund seiner geografischen Lage, der Nähe zum Wirtschaftsraum Zürich, der hochwertigen Naherholungsgebiete und einer freiheitlichen Kultur. Tiefe Steuern sind ein Standortfaktor. Der Haupttreiber der aktuellen Mietdynamik bleibt jedoch das starke Bevölkerungswachstum infolge massloser Zuwanderung.
Umso befremdlicher ist es, dass SRF diesen Zusammenhang ausblendet und stattdessen eine verkürzte Steuererzählung in den Mittelpunkt stellt. Mit einem Gebührenbudget von rund 1,6 Milliarden Franken darf die Bevölkerung eine sachliche, ausgewogene und wirtschaftlich fundierte Berichterstattung erwarten. Einmal mehr wurde dieser Anspruch nicht erfüllt.
Solange die Schweiz auf dem Weg zur 10-Millionen-Schweiz bleibt, wird sich der Druck auf den Wohnungsmarkt weiter erhöhen. Wer die Mietexplosion ernsthaft bekämpfen will, muss die Eidgenössische Volksinitiative «Keine 10-Millionen-Schweiz! (Nachhaltigkeits-Initiative)» unterstützen.
