Ausbildung für die Katz?
Zur Abstimmung über das Zivildienstgesetz vom 14. Juni

Die Kantone und das VBS mit ihrem Berufs- und Milizkader investieren jedes Jahr enorme Mittel sowie Zeit in die Ausbildung der Armeeangehörigen. Es darf nicht sein, dass jährlich rund 2400 Soldaten und Kader nach abgeschlossener Rekrutenschule die Armee verlassen, weil der Wechsel in den Zivildienst einfacher und bequemer ist.
Unsere Sicherheit basiert auf einer funktionierenden Milizarmee. Besonders problematisch ist es, wenn gut ausgebildete Spezialisten und Kader kurz nach ihrer Ausbildung ausscheiden und die Kompanie- wie auch Bataillonskommandanten zu wenig Bestand im Wiederholungskurs haben. Dadurch verliert die Armee nicht nur Personal, sondern auch wertvolles Wissen und Führungserfahrung.
Gleichzeitig wurden bereits viel Zeit, Steuergelder und personelle Ressourcen in diese Ausbildung investiert. Genau solches stört auch Firmen, wenn Lehrlinge als bestens ausgebildete Arbeitskräfte nach der Lehre weiterziehen oder gar den Beruf wechseln und ihr erlerntes Fachwissen nicht entsprechend einsetzen.
Der Zivildienst erfüllt zweifellos eine wichtige Aufgabe für Menschen, die aus Gewissensgründen keinen Militärdienst leisten können. Er darf aber nicht eine attraktive Alternative für jene bleiben, die lediglich die Belastungen des Militärs scheuen. Auch eine Bevorteilung der Zivildienstleistenden mit Anrechnung von Praktika dürfte nicht erfolgen, was sehr unfair gegenüber den Militärdienstleistenden ist. Freie Wahl, wo was zu tun ist, abends nach Hause und so weiter sind ebenso «Zückerli». Genau hier setzt die Gesetzesänderung an: Sie stärkt die Fairness gegenüber jenen, die ihren Dienst in der Armee zuverlässig leisten.
Wer für die Sicherheit unseres Landes ausgebildet wurde, soll dies nicht nach Belieben abbrechen können, sobald die Ausbildung abgeschlossen ist.
Darum stimme ich Ja.
