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Editorial

Chaos bei der Economiesuisse?

Economiesuisse schiesst mit Millionen gegen die Nachhaltigkeitsinitiative und warnt vor «Chaos». Das wahre Chaos erleben wir längst, dank der Zuwanderungspolitik, die der Konzerndachverband seit Jahren bejubelt.

Fakten sprechen lassen: Das Gesamt-BIP stieg seit 2000 um 55 Prozent. Klingt gut. Doch pro Kopf betrug das Wachstum nur 25 Prozent — nicht einmal die Hälfte. 2023 und 2024 sank das reale BIP pro Kopf sogar zwei Jahre hintereinander. Die Schweizer Wirtschaft wächst in die Breite, nicht in die Tiefe. Mehr Menschen, mehr Umsatz, mehr Mieter, aber nicht mehr Wohlstand für den Einzelnen.

Was das konkret heisst: Allein 2024 kamen 88’771 Personen netto hinzu. Das erzeugt Bedarf an rund 40’000 Wohnungen, 1’600 zusätzlichen Pflegekräften und bringt 47’500 Autos mehr auf unsere Strassen. Der Mehrverbrauch: 566 Millionen kWh Strom und 35 Quadratkilometer zusätzliche Siedlungsfläche. Pro Stunde verliert die Schweiz 2’000 Quadratmeter unversiegelten Boden. Die landwirtschaftliche Nutzfläche pro Einwohner schrumpfte seit 2000 um fast ein Viertel und zwei Drittel der wertvollsten Agrarflächen liegen ausgerechnet dort, wo der Siedlungsdruck am grössten ist.

Derweil sanken die Reallöhne erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg drei Jahre in Folge. Die Krankenkassenprämien stiegen seit 1999 neunmal stärker als die Löhne. Eine vierköpfige Familie zahlt heute über 3’500 Franken mehr pro Jahr allein für die Grundversicherung. Die Wohnungsknappheit? Über 80 Prozent des zusätzlichen Wohnflächenbedarfs gehen laut BFS auf das Bevölkerungswachstum zurück. Vier von fünf Wohnungen mussten wegen der Zuwanderung gebaut werden.

Und Economiesuisse? Verlangt mehr vom Gleichen. Noch mehr Zuwanderung, noch mehr Breitenwachstum, noch mehr Druck auf Mieten und Infrastruktur. Wem nützt das? Den Grosskonzernen, die billige Arbeitskräfte wollen.

Die Schweiz ist seit 2000 sechzehnmal schneller gewachsen als Deutschland. Wer den Pro-Kopf-Wohlstand ins Zentrum stellt, stimmt am 14. Juni Ja zur Nachhaltigkeitsinitiative. Und Economiesuisse täte gut daran, sich statt für Massenimport von Arbeitskräften für weniger Bürokratie, Digitalisierung und Automatisierung einzusetzen. Das wäre echtes qualitatives Wohlstandswachstum.

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Jan Stocker
SVP Kantonsrat (SZ)
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